Klinische Perspektiven der Bewegungsanalyse

1. Forschungskonferenz

1. – 3. Oktober 2010

Propstei Wislikofen, Schweiz

Mit der alljährlich geplanten Konferenz stellt das Institut für Bewegungsanalyse ein Forschungsinstrument bereit, welches - fern den Verpflichtungen des Alltags - Bewegungsanalytikern die Gelegenheit bietet, fachspezifische Fragen und Themen unter Kollegen zu erörtern, das eigene Wissen durch Austausch zu bereichern und sich zu vernetzen, um gemeinsam Forschungsfragen nachzugehen.

Das Tagesprogramm der ersten Konferenz sieht die Etablierung von Arbeitsgruppen vor, die jeweils bestimmte Aspekte der bewegungsanalytischen Arbeit reflektieren. Zudem werden Impulsreferate von drei Bewegungsanalytikerinnen präsentiert. Neue Veröffentlichungen des Instituts werden vorliegen.

 

Forschungsgruppen

Zwei Arbeitsgruppen, die sich aufgrund gemeinsamer Interessen durch die Praxis mit Kindern und Jugendlichen oder Erwachsenen bilden, werden sich im Laufe der Konferenz viermal zum Austausch treffen. Diese Grossgruppen können sich während der Konferenz in kleinere Forschungseinheiten unterteilen. Anschliessend kann der entstandene Dialog auch online weitergeführt werden. Hierfür wird das Institut eine Internet-Plattform einrichten. Über ein Passwort wird jede Teilnehmerin Zugang zur Seite der eigenen Gruppe erhalten. Damit können die Mitglieder weiter miteinander referieren sowie einander Dokumente bzw. Texte vorlegen. Die Ergebnisse sollen in der Forschungskonferenz 2011 vermittelt werden.

 

Drei Referate

Drei Impulsreferate werden die Auseinandersetzung der Arbeitsgruppen ergänzen. Diese greifen Schwerpunkte der Praxiserfahrung auf.


Bewegungsanalyse und ICF
Elke Gamma-Sanden, RDBA
Stiftung Schulheim Dielsdorf für cerebral Gelähmte
CH-Dielsdorf

1980 klassifizierte die WHO im ICDIH die Folgen einer Erkrankung. Mit der Revision (ICF, 2005) werden nunmehr die bestimmenden Komponenten der Gesundheit beschrieben. Diese werden als Wechselwirkung zwischen persönlichen Faktoren und Faktoren der Körperfunktion und -struktur, Aktivität, Partizipation und Umwelt erfasst. Damit liegen Kriterien vor, die im interdisziplinären Team den Zusammenhang zwischen diagnostischen Ergebnissen und therapeutischen Strategien transparent machen lassen. Aus der gezielten Gegenüberstellung der Bewegungsanalyse und der ICF entwickelte eine Arbeitsgruppe das "Bewegungsanalytische Assessment" (BAA). Dieses wird seit Januar 2010 von ausgewählten Bewegungsanalytikern in der Praxis erprobt. Über erste Ergebnisse wird im Rahmen des Referats berichtet.


Bewegungsanalyse und Trauma
Carmen Stehlig, DBA
Klinik für psychotherapeutische und psychosomatische Medizin Johannesstift
D-Bielefeld

Die Arbeit mit Patienten mit posttraumatischen und dissoziativen Störungen zeigen, wie Erfahrungen von Gewalt, insbesondere sexueller Gewalt, Vernachlässigung in der Kindheit sowie "medizinisch erforderlicher Gewalt" oder auch Unfälle schwere seelische Schäden hinterlassen können. Charakteristische Symptome wie z. B. labile Selbstregulation bei u. a. der Emotions- und Impulskontrolle lassen auf eine stattgefundene Traumatisierung rückschliessen. Kann diese nicht verarbeitet werden, so kann sie posttraumatische und dissoziative Störungen sowie Einschränkungen der Handlungs- und Interaktionsfähigkeit verursachen. Die motorischen Eigenschaften von Patientinnen mit posttraumatischen und dissoziativen Symptomen werden anhand von Fallvignetten aufgezeigt und diskutiert.


Der Bewegungsbefund depressiver Patienten in klinischer Behandlung
Doris Renggli, DBA
Clienia Schlössli AG, Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
CH-Oetwil am See

In ihrer Arbeit über das Bewegungsprofil depressiver Patienten in klinischer bewegungstherapeutischer Behandlung bringt Doris Renggli motorische Einsichten zum Vorschein. Das sind bewegungsdiagnostische Erkenntnisse, deren Implikationen auch zur Effizienz des bewegungsanalytischen Vorgehens mit Depressiven beitragen können.

Die Propstei

Die Propstei Wislikofen www.propstei.ch ist ein Seminar- und Bildungshaus in den historischen Mauern eines Benediktinerklosters. Es wird in ehemaligen Klosterzellen übernachtet. Die Zimmer sind alle seit Februar 2010 neu renoviert und mit Dusche/WC ausgestattet. Ein schöner Innenhof mit Brunnen, der hauseigene Kräutergarten, sowie der naturnahe Park laden zum Spaziergang ein. Zum Austausch und spontan geplanten Begegnungen stehen den Teilnehmern die Seminarräumlichkeiten auch ausserhalb der im Tagesprogramm geplanten Aktivitäten weiter zur Verfügung. Zum geselligen Zusammensein öffnet sich abends im Untergeschoss eine Café-Bar.

Die Propstei ist sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.  (Mit dem Auto ab Zürich innert 45 Minuten, ab Waldshut innert 20 Minuten)

Tagesprogramm
Änderungen vorbehalten

Freitag

12.15 – 13.00          Ankunft
13.00 – 14.00          Mittagessen
14.30 – 15.45          Referat Elke Gamma-Sanden
15.45 – 16.15          Kaffeepause
16.15 – 17.45          Gruppenarbeit 1
18.00                       Abendessen

Samstag

07.45 – 08.45          Frühstück
09.15 – 10.30          Referat Carmen Stehlig
10.30 – 11.00          Kaffeepause
11.00 – 12.30          Gruppenarbeit 2
13.00 – 14.00          Mittagessen
14.30 – 15.45          Referat Doris Renggli
15.45 – 16.15          Kaffeepause
16.15 – 17.45          Gruppenarbeit 3
18.00                       Abendessen

Sonntag

07.45 – 08.45          Frühstück
09.15 – 11.00          Gruppenarbeit 4
11.00 – 11.30          Kaffeepause
11.30 – 12.30          Plenum
13.00                       Mittagessen

Kosten

Die Konferenzpauschale beinhaltet zwei Übernachtungen, Vollpension inkl. Pausenverpflegung sowie die Nutzung der Seminarräume rund um die Uhr und beträgt 
Fr. 646.— bzw. € 430.—.

Teilnahme

Die Teilnahme setzt den Abschluss DBA oder die Rezertifizierung als DBA bzw. RDBA voraus. Es ist nur eine begrenzte Anzahl Plätze verfügbar. Anmeldeschluss ist der 1. April 2010.

Allgemeine Geschäftsbedingungen