Die Bewegungsanalyse bietet die Möglichkeit, Konflikte bewegungsdiagnostisch zu erfassen. Der individuelle motorische Befund ist die Grundlage für die themenzentrierte oder personenzentrierte Technik der Intervention. Auf diese Weise können Patienten die eigenen Bewegungen als unmittelbares Medium ihrer Handlungen erleben und diese Erkenntnisse im intersubjektiven Dialog mit dem Therapeuten reflektieren. Es ist nahe liegend, dass die Bewegungsanalyse den Zugang zu den präverbalen bzw. präsymbolischen Konstituenten der Persönlichkeit erleichtert. In der Bewegungsanalyse wird Körperbewegung weder symbolisch als Körpersprache, noch behavioristisch als Verhalten interpretiert, sondern als die Äusserung der unbewussten Selbstauffassung. Jede Einschränkung auf eine Konstellation bestimmter Bewegungen offenbart die Abwehr des immanenten Handlungspotentials. Die latenten Konflikte erschliessen sich aus der manifesten Motorik. Sie ist der Zugang zu den abgewehrten und verborgenen Ressourcen des Erlebens und Handelns. Die Bewegungsanalyse wurde 1994 vom Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie als Weiterbildung für Psychotherapeuten anerkannt.